chef? komm heut nich.


Das chef? komm heut nich. ist eine kleine Sammlung diverser Reiseberichte von Fußballfreunden für Fußballfreunde.

Meine Aufgaben: Konzeption, Editorial Design, Projektmanagement, Inhaltserstellung, Webdesign

Nachdem ich 2016 unerwarteter Weise sechs Wochen in Tokio und drei Wochen in London arbeitete und dabei viele verrückte Fußballspiele besuchte, entschied ich mich zusammen mit ein paar Freunden, erlebtes einfach einmal fest zu halten. Auch unabhängig des Jobs versuchen wir nicht nur jedes Spiel unserer Lieblingsvereine zu besuchen, sondern verbinden meistens auch unsere Urlaube mit der ein oder anderen Begegnung in fremden Gefilden. Neben Mutterländern des Fußballs wie Italien, England oder Ex-Jugoslawien, geht es seit 2016 oft auch über Europas Grenzen hinaus. Mittlerweile ist die fünfte Ausgabe erschienen.




Inhalte


Lyrisch ist natürlich keinerlei Qualitätsjournalismus a la ballesterer und Co zu erwarten. Allerdings ist das ckhn auch keine klassische Szene-Lektüre im Sinne dessen, dass vor allem über die krassesten Derbies im verrücktesten Hinterland berichtet wird — dort wo Hooligans der Gruppe X, zusammen mit ihren Bündnispartnern der Gruppe Y, die seit 1876 verfeindete Gruppe Z angreifen. Wir ziehen den Hut vor Leuten, die in solche Sphären vordringen, aber unser Fokus liegt auf banaleren Dingen.

Die meisten unserer Geschichten verlieren sich in eher aufwendigen Beschreibungen jener Faxen, die man meistens nicht im Stadion, sondern vor allem auf dem Weg dahin und auf dem Weg zum Nächsten macht — denn Fußballspiele helfen uns lediglich dabei, Orte zu entdecken, die wir sonst nicht auf dem Zettel gehabt hätten.



Die Redaktion


Das Autorenteam setzt sich aus verschiedensten Fans zweier Fußballvereine zusammen. Aufgrund der unterschiedlichen Wohnorte, erreichen mich die Manuskripte auf unterschiedlichste Wege und aus unterschiedlichsten Orten. Aufgrund des Mangels an Smartphones geschweige denn Messenger-Accounts wurden meine Kommunikationsgewohnheiten schon oft ad absurdum geführt. So fragte ich mich anfangs verzweifelt, wieso sich Physiotherapeuten, Sozialarbeiter oder Theologiestudenten so schwer damit tun, mir ihre Texte einfach als GoogleDoc und ihre Fotos via Wetransfer zu senden. Inzwischen genieß ich es jedoch, 2000 Zeichen via Telegram zu empfangen, dutzende Rundnachrichten zu verfassen oder Fotos eines Blackberry Bold 9900 zu bearbeiten.



Editorial Design


Während ich das Heft layoute, liegen oft Magazine wie die 11Freunde oder Offscreen auf meinem Schreibtisch — das sieht man nicht nur, sondern fühlt man auch — das Heft wird ebenfalls auf Recyclingpapier gedruckt.

Auf Empfehlung von typewolf.com verwendete ich in der ersten Ausgabe noch Eczar in den Headlines und Gentium Basic für alles andere. Aufgrund der fehlenden Umlaute, die wir vor allem in den Berichten über Osteuropäische Gegenden benötigten, wechselte ich im Fließtext jedoch zur Maison Neue.

Jedes Kapitel wird durch eine großflächige Landkarte eingeleitet. Dafür nutze ich Mapbox Studio und passe die Schriftarten und Farben immer etwas an. Dank des Tools gelang es uns, genau die oldschoolig anmutende Karte einzubauen, an der ich in Ausgabe 1 noch kläglich scheiterte.



Auflage


Nachdem wir die 40 Exemplare der ersten Ausgabe lediglich im Freundeskreis verteilten, verschicken wir mittlerweile 400 Hefte der Ausgabe 5 durch ganz Deutschland. Trotz der etwas erhöhten Aufmerksamkeit versuchen wir unserem lockeren und persönlichen Schreibstil treu zu bleiben um damit möglichst authentisch über unsere Art des Reisens zu berichten.

Natürlich überlegen wir auch regelmäßig ob und wie man genau diese Individualität ins Digitale übertragen kann. Solange uns das noch nicht einleuchtet, bleibt es jedoch vorerst bei der analogen Variante des Heftes und ein paar Leseproben auf der offiziellen CKHN-Website.


Lesung


Immer zu Jahresbeginn veranstalten wir eine Lesung, die meistens in eine feucht-fröhliche Releaseparty mündet. Im Januar 2020 begrüßten wir mehr als 150 Gäste in einem Berliner Club und spendeten die Erlöse an den No Nation Truck, ein Projekt, dass flüchtende Menschen auf der Balkanroute unterstützt.

Das direkte Feedback des Publikums hilft dabei die eigenen Erwartungen an die Wirkung der eigenen Texte zu überprüfen. Die Freude darüber, wenn Gäste genau an den Stellen lachen, an denen man ein paar Wochen zuvor noch fast verzweifelt ist, ist wirklich kaum in Worte zu fassen.

2021 konnte die Lesung natürlich nicht stattfinden. Stattdessen koorperierten wir mit Zur Kirsche FM und veranstalteten die Lesung live im Radio. Auf ckhn.de/lesung kann man sie ganz einfach nachhören.



Nur ganz wenige Projekte haben mich in den letzten Jahren ähnlich erfüllt wie dieses. Dazu trägt vor allem die Freiheit der Unprofessionalität bei. Die Unabhängigkeit von Profit lässt Prozesse soviel schneller und vor allem spaßiger erscheinen, dass mir viele (sonst nervige) Dinge wesentlich leichter fallen als im Arbeitskontext.

Solltest du Interesse an einem Heft haben kannst du dir alle Ausgaben im Onlineshop der „Zur Kirsche“ bestellen.